3. Feindfahrt U-588

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Nach Werftarbeiten, Probefahrt und Nachladung der Ausrüstung, legte U-588 am 19.04.1942 vom Liegeplatz 16 in St. Nazaire zur 3. Feindfahrt ab. Über die Biskaya führte der Weg in den Nordatlantik. Am 03.05.1942 musste das Boot zwischen bis dahin stattfindenden Prüfungs- und Alarmtauchen zum ersten Mal vor einem feindlichen Segler abtauchen. Am 06.05.1942 gab es ebenfalls Alarmtauchen vor einem langsamen Hochdecker, der anschließend weitab eine Fliegerbombe abwarf. U-588 entkam unentdeckt. Am 07.05.1942 Alarmtauchen vor einem unerkannten U-Boot, das später als eigenes erkannt wurde. Es war die U-593. Nahe Halifax attackierte U-588 am 09.05.1942 einen Dampfer, der aber offensichtlich trotz zwei Detonationen mit einem Schaden davonkam. Am 10.05.1942 wurde ein Dampfer vor Neu-Schottland angegriffen. Es gab einen Treffer, wonach der Dampfer sank. Nach dem Abtauchen wurde U-588 von einem Motorsegler mit ASDIC verfolgt. Eine Wasserbombenserie war in mittlerer Entfernung zu verzeichnen. Ein weiterer Angriff auf einen Dampfer vor Halifax schlug am 13.5.1942 fehl. Auch ein Angriff am 14.05.1942 auf einen Dampfer schlug wegen schlechter Sicht fehl. Am 16.05.1942 erneut Alarmtauchen vor einem Flugzeug. U-588 wurde mit zwei Fliegerbomben angegriffen, überstand die feindliche Attacke aber unbeschadet. Trotz Flugüberwachung gelang U-588 am 17.05.1942 zwei Treffer auf einen Frachter. Dieser kenterte und sank daraufhin. Am 18.05. 1942 beschoss U-588 erneut einen Dampfer mit zwei Torpedos aber auch diesmal gab keinen Treffer. Anschließend verfolgte U-588 den Dampfer und beschoss ihn mit Artillerie. Der Dampfer erwiderte darauf hin das Feuer und entkam im Nebel. Nach diesem Angriff war U-588 eigentlich schon auf den Rückmarsch, als das Jagdglück zurückkehrte. Drei Tage später, am 21.05.1942 wurde der Dampfer "Plow City" gesichtet, torpediert und versenkt. Ein Besatzungsmitglied des Dampfers wurde aus dem Wasser aufgenommen und nach einer Befragung an die Rettungsboote des Schiffes übergeben. Dem geretteten wurden von U-588 noch Rum und Zigaretten mitgegeben. Außerdem half die Besatzung von U-588 noch dabei, ein Rettungsboot der Plow City (oder Plow of City) zu reparieren [2]. Nach Angaben der Besatzung handelte es sich bei dem versenkten Dampfer um ein Schiff mit 6000 Brt. Im Loyd war so ein Dampfer nicht verzeichnet. Dort gab es nur eine "Plow City" mit 3200 Brt., Turbinenantrieb und Ölfeuerung, während der versenkte Dampfer Kohlenfeuerung und Kolbenmaschinen besaß. Der Dampfer war unterwegs mit gemischter Ladung von Trinidad nach New York.

In einem Interview mit einem Überlebenden der "Plow City" wurde folgendes festgehalten:

"Das Schiff wurde nach dem zweiten Torpedotreffer evakuiert. 29 der 31 Besatzungsmitglieder, darunter der Kapitän, ein Filipino und ein Norweger, bestiegen ein Rettungsboot. Der zweite Steuermann wurde wahrscheinlich bei der Explosion getötet. Ein Matrose befand sich auf einen anderen, gekenterten Rettungsboot. Er versuchte mit den Händen auf dem gekenterten Boot voranzukommen. Das U-Boot näherte sich dem Matrosen und die Besatzung des U-Bootes forderte ihn auf, ins Wasser zu springen. Danach zogen sie den Matrosen an Bord. Das andere Rettungsboot wurde aufgefordert, längsseitig dem U-Boot zu kommen. Dort wurden Sie von der Besatzung des U-Bootes mit Rum und Zigaretten versorgt. Die Zigaretten wurden von den Überlebenden als Produkt aus dem Hause Neuerburg beschrieben. Der Rum wurde als Produkt "Plesse-Wesermünde" identifiziert. Der Matrose der Plow City wurde für 15 Minuten an Bord der U-588 gehalten. Dort wurde er nach der Ladung und dem Ziel des Schiffes gefragt. Der Kommandant von U-588 hat nach Aussage der Überlebenden sehr gut Englisch gesprochen. Er bemerkte, dass der Filipino Matrose im Rettungsboot eine blutende Kopfwunde hatte und bot daraufhin Verbandsmaterial an." [4]

Am 27. rettete die US Navy Patrouillenyacht USS Sapphire (PYc 2) die Männer in den Booten.

Nur zwei Tage später erneut ein Erfolgserlebnis. Der Dampfer "Margot" wurde am 23.05.1942 gesichtet und mit einem Torpedo beschossen. Der von Boston nach Kapstadt fahrende Dampfer hatte Flugzeugteile geladen. Die Mannschaft der Margot beschrieb den Ablauf nach den Torpedo-Treffer wie folgt:

"Nachdem U-588 die Margot nach dem Torpedotreffer mit Maschinengewehrsalven attackiert hatte, wurde auf dem Schiff vom Kapitän die Evakuation beschlossen. Eines der Rettungsboote der Margot wurde Steuerbord und zwei Rettungsboote Backbord niedergelassen. Nachdem das Schiff evakuiert war, begann U-588 die Margot mit ca. 20 Sprenggranaten zu beschießen. Das Schiff sank langsam. U-588 näherte sich einem Rettungsboot und der zweite Offizier von U-588 fragte nach dem Namen des Schiffes, dem Ziel und dem Abfahrtshafen. Er gab den überlebenden Rum und sprach sehr offen und herzlich. Er wurde von der Besatzung der Margot als Mann mit deutschem Aussehen beschrieben. Dann näherte sich U-588 dem Rettungsboot, indem der Kapitän der Margot saß. Vogel bat darum mit ihm eine Flasche Rum zu teilen. Der zweite Offizier der U-588 erinnerte Vogel allerdings daran, dass sie keine Zeit haben und losmüssen. Gegen 1800 umkreiste U-588 die Margot und feuerte noch 24-mal mit Artillerie auf die Margot bis sie endgültig sank.

Von der Besatzung der Margot wurde U-588 als sehr kleines Boot beschrieben. Zwischen 24 und 30 Meter lang, grünlich grau in der Farbe, mit einem Maschinengewehr am Turm und einer 4" Kanone im vorderen Bereich des Bootes. Weiterhin wurde das Boot als sehr neu angegeben. Die Mannschaft der U-588 wurde von den Überlebenden der Margot als einem Mix zwischen Deutschen und Italienern beschrieben. All samt, unter einem deutschen Kommandanten. Einer der Unteroffiziere machte Filmaufnahmen von den Rettungsbooten. Die Mannschaft gab an, das U-588 den Tatort Richtung Süden verließ. Auffallend war für sie die Bekleidung der Männer an Bord von U-588 (Shorts) und das alle Männer gut rasiert waren, über viele Zigaretten und viel Rum verfügten. Sie vermuteten, das U-588 von einer Basis in der Karibik versorgt wurde." [3]

Da der Dampfer nach der Torpedierung nur langsam sank, wurde er zusätzlich noch mit Artillerie beschossen. Die Überlebenden der Margot wurden später vom schwedischen Schiff "Sagoland" aufgenommen und nach New York gebracht. Aus Brennstoffmangel wurde nun der endgültige Rückmarsch angetreten. U-588 legte am 07.06.1942 in St. Nazaire an.[1]

[1] Kriegstagebuch U-588 - 23.03.42-07.06.42
[2] Wikipedia
[3], [4] A.J. Powers, U.S.N.R, Combat Intelligence Of  Proable Resulting From Interview Of Survivors of S.S. Margot, Plow City, May 29, 1942

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Beschädigt: Greylock

Typ: Dampfer
Tonnage: 7,460
Werft: 1921 - Los Angeles Shipbuilding & Drydock Corp, San Pedro CA
Reederei: Seas Shipping Co Inc, New York
Heimathafen: New York
Ladung: 1130 Kalziumphosphat
Besatzung: 70 - Alle haben überlebt

Beschädigt: Fort Binger

Typ: Dampfer
Tonnage: 5,671
Werft: 1919 - Craig, Taylor & Co Ltd, Stockton-on-Tees
Reederei: Sir William Reardon Smith & Sons Ltd, Cardiff
Heimathafen: London
Besatzung: 61 - Ein Toter, 4 Verletzte.

Versenkt: Kitty's Brook

Typ: Dampfer
Tonnage: 4,031
Werft: 1907 - Irvine´s Shipbuilding & Dry Dock Co Ltd, Harbour Dock, West Hartlepool
Reederei: Bowater´s Newfoundland Pulp & Paper Mills Ltd, Corner Brook
Heimathafen: St. Johns
Besatzung: 34 - 9 Tote und 25 Überlebende.

Versenkt: Skottland

Typ: Dampfer
Tonnage: 2,117
Werft: 1920 - Meyer & Co´s Scheepsbouw Mij NV, Zalt-Bommel
Reederei: F.N. Nordbø, Haugesund
Heimathafen: St. Johns
Ladung: Holz
Besatzung: 24 - 1 Toter und 23 Überlebende.

Versenkt: Plow City

Typ: Dampfer
Tonnage: 3,282
Werft: Hedger SS Co, New York
Reederei: Hedger SS Co, New York
Heimathafen: Wilmington
Ladung: 4971 Tonnen Bauxiterz
Besatzung: 31 - 1 Toter, 30 Überlebende

Versenkt: Margot

Typ: Dampfer
Tonnage: 4,545
Werft: 1926 - Lithgows Ltd, Port Glasgow
Reederei: Kaye, Son & Co Ltd, London
Heimathafen: London
Ladung: 5500 Tonnen Flugzeugteile, Panzer und Sprengstoff
Besatzung: 45 - 1 Toter

Position der beschädigten Greylock

Position der versenkten Margot

Position der beschädigten Fort Binger

Position der versenkten Kitty's Brook

Position der versenkten Skottland

Position der versenkten Plow City

In Kontakt mit

  • Hans-Heinrich Giessler (U-455)

    * 12.01.1911 - ??.??.????
    Kptlt.

  • Gerd Kelbling (U-593)

    * 12.06.1915 - 09.06.2005
    Kptl.
    Mit U-593 im Mittelmeer nördlich Constantine versenkt. Kriegsgefangenschaft in Großbritannien und Kanada.

  • Karl Thurmann (U-553)

    * 04.09.1909 - 20.01.1943
    Korvettenkapitän
    Im mittleren Nordatlantik mit U-553 verschollen.

  • Hans-Dieter Heinicke (U-576)

    * 21.09.1914 - 03.06.2000
    Kptlt.
    U 558 wurde am 20.07.1943 im Nordatlantik nordwestlich von Kap Ortegal versenkt. 5 Überlebende darunter Krech.

  • Werner Schulte (U-582)

    * 07.11.1912 - 05.10.1942
    Kplt. (Postum Korvettenkapitän)
    U-582 wurde im Nordatlantik südwestlich Island versenkt.